2023 Pflanze des Monats Mai

 

Holunder

 „Vor dem Holunder zieh den Hut herunter“.                                                                        

Dem schwarzen Holunder, Sambucus nigra, begegneten unsere Vorfahren voller Respekt und Ehrfurcht.      

Dabei ist der imposante Strauch aus der Familie der Moschuskrautgewächse, der bis zu 8 m hoch werden kann, eigentlich recht anspruchslos.

Er findet sich an Waldrändern und in Gärten in ganz Europa bis hin zum Kaukasus. Im Mai und Juni erfreut er uns mit seinen herrlich duftenden cremeweißen Blütenständen. Kleine 5-blättrige Einzelblüten sind zu großen Trugdolden zusammengefasst. Daraus wachsen bis zum Spätsommer die blauschwarzen Holunderbeeren heran, die botanisch eigentlich Steinfrüchte sind.

Die Äste des Holunders sind mit lockerem, schwammartigem Mark gefüllt, das sich leicht entfernen lässt. Generationen von Kindern haben aus den ausgehöhltem Material Flöten hergestellt. In der Antike war auch ein lautenähnliches Saiteninstrument, die Sambuca, bekannt, die möglicherweise ebenfalls aus dem Holz des Holunders gefertigt wurde.

Von den drei in Europa vorkommenden Arten, dem Roten Holunder, dem Zwergholunder und dem Schwarzen Holunder hat bei uns nur der letzte schon seit vielen Jahrhunderten sowohl heilkundlich als auch im Brauchtum große Bedeutung.

So wurde er bei den Germanen als Lebensbaum verehrt. Im Holler oder Holderbusch wohnten die guten Hausgeister, die es gnädig zu stimmen galt, damit der Unhold nichts Böses anrichten konnte.

An Haus und Hof gepflanzt sollte der Strauch Mensch und Tier vor Blitz und Feuer schützen.

Holda, die germanische Schutzgöttin der Quellen und Brunnen, Beschützerin von Mensch und Tier, wurde im Holunder besonders verehrt. Eine Namensähnlichkeit mit Frau Holle aus Grimms Märchen ist nicht zufällig. Ähneln die duftig weißen Holunderbeeren nicht dem Schnee, den die weise Frau aus ihren Kissen schüttelt? Sie, die die fleißige Goldmarie reichlich belohnt und die faule Pechmarie hart bestraft, nimmt Einfluss auf Glück und Unglück der Menschen, je nachdem wie man ihr begegnet.

Reiche Holunderblüte verwies auf eine gute Ernte. Doch wehe dem, der einen Holunder fällte oder sich vor dem Pflücken von Blüten oder Beeren nicht bei ihm bedankte. Ihm drohten Krankheit oder Tod.

Nie durften Möbel aus Holunderholz gefertigt werden, war es doch die Aufgabe des Holunders, Hexenkräfte in sich zu binden und damit vom Haus fernzuhalten.

Auch ein kränkelnder Holunderbusch galt als schlechtes Zeichen, das den baldigen Tod eines Familienmitglieds ankündigte.

Wie so oft haben sich im Laufe der Jahrhunderte vorchristliche Mythen und christlich beeinflusster Volksglaube vermischt. Roch das Laub des Holunders nicht deshalb so unangenehm, weil Judas sich, nachdem er Jesus verraten hatte, an einem Holunderbusch erhängt hatte?

Lange Zeit wurden die Toten auf Holunderreisig gebettet und Grabkreuze aus Holunderholz gefertigt. Noch heute werden in Tirol zuweilen Holunderzweige in frische Gräber gesteckt. Treiben sie aus, ist das ein gutes Zeichen, dass der Verstorbene im Jenseits Aufnahme gefunden hat.

Die Heilkräfte des Holunders sind seit der Antike bekannt. Schon Hippokrates kannte die wassertreibende Wirkung. Der griechische Arzt Dioskurides legte bereits im 1.Jahrhundert.n.Chr. frische Holunderblätter auf Geschwüre und setzte Holunder gegen die Wassersucht ein. In späteren Jahrhunderten fand sich manche zuweilen auch seltsame Anwendung.  Kranke Zähne oder Eiter wurde unter dem Holunderbusch vergraben, um das Böse vom Menschen weg hinein in die Schutzpflanze zu leiten.

Unbestritten waren und sind die Tugenden der Holunderbeeren. Immunstärkend und entzündungshemmend und auch wirksam gegen Viren waren sie ein geschätztes Heilmittel der kleinen Leute, denn die Früchte waren überall zu finden und leicht zu sammeln.

Als guter Vitamin C Lieferant und reich an antioxidativen Anthocyanen und Gerbstoffen sind Zubereitungen aus Holunderbeeren ein wertvolles Naturheilmittel, um gut über den Winter zu kommen. Roh dürfen die Früchte allerdings nicht verzehrt werden. Sambunigrin, ein in Samen und Fruchtfleisch enthaltenes Cyanglycosid setzt geringe Mengen an Blausäure frei, die zu Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen führt. Erhitzen zerstört das Sambunigrin. Dem gesunden Genuss steht dann nichts mehr im Wege.

Auch die moderne Medizin nutzt die Heilkräfte des Holunders.

Die Blüten, getrocknet als Tee („Fliederblütentee“) oder aufbereitet als Trockenextrakt (z. B. in Sinupret extrakt®) werden eingesetzt als schweißtreibendes und schleimlösendes Mittel bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Bronchitis und regen auch die Nierentätigkeit an. Welcher der Inhaltsstoffe (Flavonoide, ätherische Öle und Zimtsäureabkömmlinge) gerade das Schwitzen verursacht, ist bis heute nicht ganz klar. Böse Zungen behaupten, dass es allein das heiße Wasser des Tees sei, das den Schweiß fließen lässt, doch Studien, bei denen ein Extrakt in Pulverform verwendet wurde, brachte die Probanden ebenfalls ins Schwitzen.

In der Barlach-Apotheke empfehlen wir gern auch homöopathische Zubereitungen des Holunders. So gilt Sambucus in niedriger Potenz als ein bewährtes Mittel bei Säuglingsschnupfen.

Das verstopfte Näschen, das dem Baby das Trinken erschwert, wird wieder frei. Ein interessantes Präparat ist Sambucus comp.  (Wala). Hier finden wir einen Umkehreffekt der schweißtreibenden stofflichen Wirkung des Holunderblüten.

Das Präparat kann Frauen in den Wechseljahren, die unter Schweißausbrüchen leiden, gut helfen.

Nicht wegzudenken ist der Holunder aus der Küche. Holunderblütensirup und in Pfannkuchenteig ausgebackenen Blütendolden im Frühsommer oder immunstärkender Holundersaft im Herbst – es gibt viele leckere, gesunde Rezepte.

Die zur Sirup-Zubereitung erforderliche Zitronensäure gibt es in der Barlachapotheke.

 

 

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